Vinyan

Veröffentlicht in Vinyan, was sonst nirgends passt mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , am Oktober 30, 2009 von obersack


vinyan
OT: Vinyan
Land:
Australien/Belgien/Frankreich/Großbritannien
Jahr: 2009
FSK: 16
Regie: Fabrice Du Welz
Darsteller: Emmanuelle Béart, Rufus Sewell, Julie Dreyfus, Petch Osathanugrah, Amporn Pankratok,…
Laufzeit:
ca. 96 min.


Inhalt:
Jeanne und Paul haben während einer Tsunami-Katastrophe in Thailand ihren Sohn Joshua verloren, allerdings wurde dessen Tod nie bestätigt. Um diesen Verlust zu Verarbeiten, unterstütz Jeanne Hilfsorganisationen in Krisengebieten. Auf einem Video, das verwarloste Kinder in Burma zeigt, glaubt sie, ihren vermissten Sohn zu erkennen. Da bekannt ist, dass im Desaster damals, Kinder von Menschenhändlern entführt wurden, scheint es nicht völlig unmöglich und so macht sich das Paar auf ins Krisengebiet. Der ortskundige, aber sehr dubiose Thaksin Gao führt sie herum (nicht ohne  sie finanziell gehörig abzuzuocken), aber spätestens, als dieser und seine Kumpanen, versuchen den beiden ein „falsches“ Kind anzudrehen, möchte Paul einen Rückzieher machen. Jeanne hingegen ist immer noch überzeugt, dass ihr Sohn irgendwo im Dschungel ist und beharrt darauf, dass  die Suche weitergeführt wird, während sie immer mehr dem Wahn verfällt…



Eindrücke:
Auch wenn der Film mehr im Bereich Psycho-Thriller / Drama spielt, möchte ich ihm hier doch ein paar Zeilen widmen. Vermutlich sind die hier gezeigten Bilder für die meisten noch viel schlimmer und verstörender, als die blutigsten Splatter-Streifen. Allein die Tatsache an sich, ein Kind (oder einen anderen lieben Menschen) zu verlieren und zudem in der Ungewissheit zu sein, ob dieses nicht doch noch am Leben sein könnte, ist schon Horror an sich.
Die Stimmung des Films lebt zum einen von der grandiosen Schauspielkunst von Emmanuelle Béart, die die Rolle als verzweifelte Mutter am Rand des Wahns  einfach überzeugend spielt, zum anderen von den düsteren, verstörenden Bildern. Alles ist in finsteren grau- und brauntönen gehalten, der Dschungel mit Dauerregen, Matsch und Dreck, dazu eine düstere, neblige Athmosphäre. Und immer wieder verwahrloste, elternlose Kinder, die mal versteckt, mal neugierig oder auch bedrohlich und angriffslustig den Weg der Suchenden kreuzen.
Paul möchte seiner Frau gern glauben, denn auch er hat die Hoffnung noch nicht völlig aufgegeben, dennoch sieht er, dass seine Frau die Geschichte einfach nicht verkraften kann und merkt bald, dass ihr Ausflug sie immer mehr in den Wahn treibt. Als er dies merkt ist es allerdings bereits zu spät. Sein letzter Umkehrversuch wird von ihr vereitelt indem sie ihn hintergeht und die Führer bezahlt weiterzusuchen ohne dass er es merkt, dann verirren sie sich tatsächlich und auf dem folgenden Irrweg durch den tiefsten Dschungel gelingt es ihm nur noch in wenigen klaren Momenten, zu seiner Frau durchzudringen, die auf einmal in jedem verwahrlosten Kind, ihren Sohn Joshua sieht.


Das Ende bietet noch eine etwas brutale Szene, die aber ebenfalls weniger durch die optische Gewalt verstört, als durch das, was man nicht in Bildern sieht, die grausamkeit, die sich in den Seelen der Protagonisten abspielen muss und die gut herüberkommt. Was genau passiert kann sich der Zuschauer selbst zusammenreimen, die Bilder spiegeln den Wahn von Jeanne wieder…


Verstören, beklemmend, wirklich gut umgesetzt!



Bewertung:


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Next Door

Veröffentlicht in Mystery, Next Door mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , am Oktober 26, 2009 von obersack

next_doorOT: Naboer
Land: Dänemark, Norwegen, Schweden
Jahr: 2005
FSK: keine Jugendfreigabe
Regie:Pål Sletaune
Darsteller: Kristoffer Joner (John), Cecilie A. Mosli (Anne), Julia Schacht (Kim), Anna Bache-Wiig (Ingrid), Michael Nyqvist (Åke), Magne Kipperrud, Øystein Martinsen (Peter), Odd Arno Midtsjø
Laufzeit:
ca. 72 min.



Inhalt:

Kurz nachdem John´s Freundin Ingrid mit ihm Schluss gemacht hat, kommt sie ein letztes Mal um ihre Sachen abzuholen. Unterm Fenster wartet ihr neuer Freund und schiebt Wache, denn John ist scheinbar während der Beziehung nicht gerade zimperlich mit Ingrid umgegangen, was die Narben von Verbrennungen an ihrem Unterarm bezeugen. John ist immer noch nicht über die Trennung hinweg, kann Ingrid aber nicht überzeugen bei ihm zu bleiben, im Gegenteil, sie verhöhnt ihn noch weil er immer nur kommen konnte, wenn sie ihm schmutzige Geschichten erzählte oder Gewaltphantasien aufbaute etc.

Und wäre der Trennungsschmerz nicht schlimm genug, wird John auch noch von Anne angesprochen. Es ist seine Nachbarin, die er zum ersten Mal trifft. Eigenartig, dass er nie Geräusche aus der Wohnung nebenan gehört hat (und auch jetzt nicht hört), obwohl Anne dort mit ihrer Freundin Kim wohnt. Auf jeden Fall soll John für die beiden einen schweren Schrank verrücken. Der Schrank soll eigenartigerweise vor die Tür, wodurch sich John aber selbst einsperren würde und was ist dran an der Geschichte, dass Kim vergewaltigt wurde? dabei scheint sie kein bisschen verstört, im Gegenteil, schamlos macht sie sich an John ran und ihre sexuellen Neigungen scheinen auch etwas eigenartig zu sein… und dann ist da noch ein Mann der durch die Wohnung der beiden schleicht aber warum wissen die beiden nichts davon?
Bald weiß John (und auch der Zuschauer) nicht mehr, was Traum und was Realität ist und wer denn nun die größte Macke hat….


Eindrücke:

Alles schön und gut, ich mag mysteriöse Psycho-Thriller und das Ganze fängt auch wirklich gut an. Nur leider verliert der Film recht schnell an Potential, da er irgendwie zu durchschaubar ist. Man ahnt schnell worauf das ganze hinaus läuft, es gibt kaum wirklich neue Ideen (und wenn dann sind diese eben zu vorhersehbar). Wirklich schade, denn von der ganzen Atmosphäre und von den Darstellern hätte man da wirklich mehr rausholen können. Das Ambiente ist schön heruntergekommen alles düster, irgendwie schmuddelig, die Wohnung von ihm im Vergleich zu der der Mädels und wie dann plötzlich alles zu verfließen scheint, die Wohnung auf einmal scheinbar riesig groß ist, die Gänge immer enger werden, auf einmal Personen auftauchen wo sie gar nicht sein sollten, dazu die scheinbar kranken Neigungen von Kim und ihrer Schwester und das Ganze noch wirklich Überzeugend gespielt, sowohl Johns Wahn als auch die Rolle der Mädels als Verführerinnen.

Wer meint der Film wäre jetzt vielleicht besonders krass weil er keine Jugendfreigabe erhalten hat, dem kann ich auch schon mal sagen, dass es lediglich eine Szene gibt, in der John ziemlich heftigen Sex mit Kim hat, d. h. vom Sex sieht man nicht viel aber sie prügeln sich dabei dass das Blut nur so spritzt bis sie beide total verschmiert sind aber das ist wirklich das einzig wirklich krasse, dazu vielleicht die Geschichte von Kim wie sie die drei Monteure die vor der Türe standen gleichzeitig nehmen ist vielleicht nicht ganz Jugendfrei aber bleibt gänzlich der eigenen Phantasie überlassen sich das auszumalen. Na ja und das Ende ist schon recht krank aber eben wie gesagt zu vorhersehbar – leider. Hatte mir mehr erhofft und man hätte sicher auch mehr rausholen können und trotz einer relativ kurzen Laufzeit von nur etwas über 70 Minuten kommt es zu einigen Längen, da die Story einfach nicht mehr hergibt. Die Auflösung bietet kaum mehr überraschendes, dennoch kann man sich den Film ruhig mal geben auch wenn er nicht wirklich viel Neues bietet ist er doch ganz unterhaltsam und vielleicht nicht das was man täglich im Fernsehen zu sehen bekommt. Wer allerdings etwas Außerordentliches erwartet sollte sich lieber etwas anderes suchen.



Bewertung:



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Snoop Dogg´s Hood of Horror

Veröffentlicht in Episodenhorror, Snoop Dog´s Hood of Horror mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Oktober 20, 2009 von obersack

snoop-doggOT: Hood of Horror
Land: USA
Jahr: 2006
FSK: ungeprüft
Regie: Stacy Tile
Darsteller: Snoop Dogg, Ernie Hudson, Danny Trejo, Pooch Hall, Anson Mount, Daniella Alonso, Lin Shaye, Brande Roderick, Richard Gant, Aries Spears, Dallas Page, Jeffrey Licon, Noel Gugliemi, Sydney Tamiia Poitier, Tucker Smallwood
Laufzeit: 85 min.


Inhalt:
Das Intro des Films ist im Comicstil gemacht: Man sieht Snoop Dogg, der bei einer Schießerei versehentlich seine kleine Schwester trifft, worauf diese in den Armen ihrer Mutter stirbt. Diese ist knallhart, verkündet: „Du bist nicht mehr mein Sohn!“, daraufhin tritt der Teufel persönlich in Erscheinung und stellt Snoop Dogg vor die Wahl: sein Leben gegen das seiner Schwester und er schlitzt sich die Kehle durch und seine Schwester lebt.
Durch diese mutige Tat wird Snoop Dogg zum Wächter des „Hood of Horror“ und lebt inmitten einer Horde Freaks (das alles jetzt nicht mehr im comicstil!). Wie der Cryptkeeper in „Geschichten aus der Gruft“, stellt er dem Publikum nun die drei Kurzfilm-Episoden vor, die einen erwarten.


In der ersten Geschichte geht es um eine junge Frau, deren Vater erst ihre Mutter und dann sich selbst umgebracht hat. Sie ist im Ghetto aufgewachsen und macht als Grafitti-Sprayerin die Gegend unsicher. Der Pfarrer, der sich um die Jugendlichen in der Gegend kümmert, will ihre Begabung fördern und möchte, dass sie ein schönes Bild an die Kirchmauer sprüht aber stattdessen legt sie sich mit einer Sprayergang an. Auf der Flucht vor der Gang, bekommt sie von einem eigenartigen Fremden ein höchst seltsames „Geschenk“. Die Gabe über Leben und Tod zu entscheiden und somit steht der Weg für sie offen, den Tod ihrer Mutter zu rächen…


Die zweite Geschichte handelt von einem jungen Deppen, der als Erbe von seinem Vater ein Haus bekommen soll. Die einzige Bedingung: in diesem Haus leben die Kriegsveteranen, die gemeinsam unter seinem Vater gedient haben und mit diesen soll er ein Jahr in dem Haus leben. Er zieht also mit seiner superprallen Blondinen-Freundin und deren Mini-Köter dort ein und schnell beginnt der Machtkampf zwischen den beiden und 5 alten schwarzen Kriegsveteranen.


Eine Geschichte gibt es noch zum Abschluss. Hier geht es um einen jungen Gangsta-Rapper, der es geschafft hat. Der Durchbruch, er ist berühmt – doch auf einmal wird er von einem Geist heimgesucht.Und nicht irgendeinem Geist. Der Geist seines Partners und ehemals besten Kumpels, den er auf dem Weg zum Ruhm verraten und verkauft hat und der bei einer Schießerei ums Leben kam. Nur war das nicht gerade ein Zufall. Nur dumm, dass der Geist seines Kumpels sich darüber ebenfalls im Klaren ist.


Eindrücke:
Wie gesagt, hab ich mich durch das Milieu, indem das Ganze spielt nicht abschrecken lassen, da ich grundsätzlich Episodenfilme und Horror-Kurzfilme sehr gerne sehe. „Tales from the crypt“ z. B. an die das Ganze ja irgendwo angelehnt ist, gehört zu meinen liebsten Serien also gab ich Snoop Dogg auch eine Chance.
Das Intro fand ich vom Stil her wirklich gut gemacht. Hat mich vom Stil her etwas an den Film „Renaissance“ erinnert, falls den jemand kennt. Hab nen Screenshot, da kann man sich wohl am besten ein Bild vom Stil machen. Was die Idee angeht fand ich es schon etwas zu kitschig. Der große Bruder opfert sich für die kleine Schwester weil die Mutter ihn verstoßen hat *schluchtz* *heul*….
Und dann ist Snoop Dogg der Big Boss vom „Hood of Horror“ und rennt mit zwei Mädels durch die Gegend die beide nicht wirklich gesund aussehen. Natürlich hat Snoop Dogg schon etwas was einen an den Cryptkeeper erinnert aber er ist keineswegs so cool wie dieser und vor allem sein kleiner Hilfsteufel oder was das sein soll, ist nur noch peinlich, wenn er in einer Zwischenepisode den Kriegsveteranen in die Bowle kotzt. Nun muss man zwar sagen, dass es wohl doch viel ausmacht, ob man diese Musikrichtung – also Rap, R´n´B, HipHop und wie der ganze Krampf heißt – mag oder nicht und ob man sich mit diesem Milieu auch anfreunden kann. Ich finde die Typen und ihr pralles Gehabe nur noch peinlich und so ist es nicht verwunderlich, dass ich bereits die erste Episode ziemlich prall fand und mich höchstens über die dummen Sprüche der Gang-Mitglieder amüsiert habe. Vor allem wenn man bedenkt, dass es Leute gibt, die das auch noch absolut coooool finden *lach*. Auf jeden Fall hab ich mich gefreut als es dann einem nach dem anderen an den Kragen geht. Der Erste stirbt noch recht unspektakulär durch seine eigene Knarre die ihm in der Hose hochgeht aber spätestens wenn der zweite mit dem Kopf auf eine Flasche fliegt die ihm dann am Hinterkopf wieder rauskommt, stellt sich doch etwas Unterhaltungswert ein. Die Story ist dazu noch oberdämlich und hab ich nicht kapiert warum die Gute die Gang platt macht nur weil ihre Mutter damals umgebracht worden ist? Und allein die Idee, dass diejenigen umkommen, deren an die Wand gesprühten Namen (oder wie nennt man das Tags glaub ich, oder?) die „Rächerin“ mit roter Sprühfarbe durchstreicht – schon prall irgendwie aber wie gesagt, es gibt immerhin ein paar ganz nette Splatterszenen.



Die zweite Geschichte war da schon besser. Hier fällt das dumme HipHop und co Getue völlig weg. Dennoch ist das ganze nicht völlig wertefrei. Im Gegenteil. Die armen „Opfer“ sind 5 SCHWARZE Kriegsveteranen die mit den beiden WEISSEN Idioten auskommen müssen. Die beiden Jugendlichen sind total bescheuert, notgeil, rücksichtslos und was weiß ich noch und die armen Veteranen bekommen auch noch ihre Schlafzimmer weggenommen usw. damit man eben richtig Mitleid mit ihnen bekommt und sich alle Klischees auch erfüllen – und dann, wenn man den Junior, seine Blondine und deren Köter so richtig widerwärtig findet, dann gehen die Rentner auf Gefechtsstation, steigen wieder in ihre alten Uniformen und machen sich über die beiden her. Was dann folgt ist zwar recht eklig aber nicht unbedingt innovativ wenn man an Filme wie „Sieben“ oder „Feed“ denkt. Einbisschen was Nettes folgt noch aber wenn man bedenkt, dass der Film bei uns als Kauf-DVD wohl nur geschnitten erscheinen wird, weil er keine KJ-Freigabe bekommt. Verleih-Version wird aber ungeschnitten sein. Wie gesagt es gibt zwar ein paar leicht amateurhafte Splattereinlagen die doch ziemlich heftig sind aber sooo schlimm fand ich das Ganze nun auch nicht.


Aber kommen wir zur dritten Geschichte – vielleicht wird es ja noch heftiger? Heftiger ja aber nicht was blutige Szenen angeht sondern man bekommt als Rap-Hasser ganz heftig was auf die Ohren wenn es nun um einen aufstrebenden R´n`B- (oder Rap- oder sonst was, frag mich nicht, kenn mich da wirklich nicht aus) Sänger geht. Zum Glück muss man sich das Gejaule dann doch nicht allzu lang anhören und der Geist tritt in Erscheinung aber bis es dazu kommt ist es stinklangweilig und na ja, der Geist sieht zwar etwas schräg aus, reißt das ganze aber auch nimmer raus und wirklich überragend war die Folge nun auch nicht. Im Gegenteil, nichts Neues, nicht besonders blutig und dann noch die nervige Musik dazu, die dann noch durch einen Song von Snoop Dogg selbst am Ende getoppt wird. Wenigstens gibt es am Ende zu dem „Song“ noch einen Zusammenschnitt der besten Szenen so dass man doch noch nicht gleich abschaltet sondern sich das Ganze bis zum Ende anschaut.


Was die Darsteller angeht, so findet man hier doch einige bekannte Namen wieder, wie z. B. Danny Trejo den man aus Filmen wie „From dusk till dawn“ oder „XxX“ kennt oder Dallas Page von „TDR“, Richard Grant („Deadwood“) etc. Kann man vom darstellerischen her auch nicht meckern. Was den Soundtrack angeht, den würde ich mir natürlich auf keinen Fall zu legen und namen wie Al Kapone und co sagen mir jetzt auch nicht wirklich etwas aber es soll ja Leute geben die auf so was stehen…


Nun Empfehlung oder nicht? Ich denke wer mit dieser Musik etc. etwas anfangen kann dem kann man das Ganze schon empfehlen, allen anderen nur bedingt, da es zeitweise schon hart an die Schmerzgrenze geht und ich meine nicht aufgrund der Härte sondern wegen der schlechten Musik und dem prallen Getue.

Bewertung:


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snoop

Santa Sangre

Veröffentlicht in Santa Sangre, was sonst nirgends passt mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , am Oktober 20, 2009 von obersack

santasangra1
OT:
Santa Sangre
Land:
Italien, Mexiko
Jahr:
1989
FSK:
18
Regie:
Alejandro Jodorowsky
Darsteller:
Axel Jodorowsky (Fenix), Blanca Guerra (Concha), Guy Stockwell (Orgo), Thelma Tixou (Tätowierte Frau), Sabrina Dennison (Alma), Adan Jodorowsky, Faviola Elenka Tapia, Teo Jodorowsky
Laufzeit:
119 min.


Inhalt:
Fenix ist der Sohn einer Artistenfamilie, die in Mexico City in einem Zirkus arbeitet. Der kleine Fenix selbst arbeitet dort als Zauberer. Sein Vater Orgo als Messerwerfer mit hypnotischen Fähigkeiten. Das Verhältnis zwischen seinem Vater und seiner Mutter Concha wird auf eine harte Probe gestellt, da dieser sich sichtlich zu seiner Auftrittspartnerin, einer von Kopf bis Fuß tätowierten Lady, hingezogen fühlt, was Concha natürlich nicht verborgen bleibt. Dazu kommt, dass Concha in einer eigenartigen Sekte ist, die ein totes Mädchen verehrt, welches vergewaltigt wurde und der beide Arme abgetrennt wurden. Die Kirche der Sekte wird platt gemacht, Concha erwischt während einem ihrer Auftritte ihren Mann mit der tätowierten Frau, es kommt zum Streit, Orgo trennt Concha beide Arme ab und nachdem sie ihm zuvor mit Säure sein bestes Teil verätzt hat und er immer so stolz auf seine Männlichkeit war, schlitzt er sich vor den Augen seines Sohnes die Kehle auf… Dazu kommt, dass Fenix „Kinderliebe“, die taubstumme Alma, die Tochter der tätowierten Frau, nach diesem Eklat den Zirkus mit ihrer Mutter fluchtartig verlässt.

Fenix verbringt seine Jugend fortan in einer Anstalt um die Geschehnisse zu verkraften. Eines Tages steht seine Mutter ohne Arme vor dem Fenster, er flieht gemeinsam mit ihr. Sie leben fortan zusammen und er „leiht“ ihr seine Arme. Das Dumme ist nur, sobald Fenix ein nettes Mädchen kennenlernt, hat seine Mutter etwas dagegen und da sie „Macht über seine Arme hat“, zwingt sie ihn, all die Frauen zu töten.. bis seine Alma wieder auf der Bildfläche erscheint und eine wundersame Wendung der Geschichte herbeiruft….


Eindrücke:
Na klingt das nicht interessant? Sicherlich nicht jedermanns Thematik aber wer sich darauf einlässt sich hinter die schillernden Fassaden der Zirkuswelt in eine bizarre, teils düstere Welt geprägt von Jodorowskys eigenen Kindheitserfahrungen entführen zu lassen, der ist hier genau richtig.

Zu Beginn des Films sieht man einen nackten Mann in einer geschlossenen Anstalt der auf einem Baumstumpf sitzt wie ein Affe im Tierpark. Die Pfleger kommen um ihn zu betreuen und schon bald folgt ein ca. 40-minütiger Rückblick darauf, was Fenix zu diesem „affenartigen Wesen“ in der Anstalt gemacht hat. Man sieht seine Mutter inmitten der Sektenmitglieder wie diese sich mit fanatischem Eifer dafür einsetzt, dass die Kirche nicht abgerissen wird und nur durch ihren Sohn Fenix davon abgebracht werden kann sich selbst für die Sekte zu opfern. Wir sehen die kindliche und doch zärtliche Beziehung zwischen Fenix und Alma und als krassen Gegensatz die unzüglichen sexuellen Gesten mit denen Almas tätowierte Mutter Fenix Vater in ihren Bann zieht. Das Ganze steigert sich unter teilweise fast nervtötenden, nahezu monotonen Zirkusklängen, die aber so gar nichts von dem fröhlichen Beigeschmack haben, den man erwarten würde, zu einem Höhepunkt. Wie in der Story beschrieben endet das ganze mit der „Entarmung“ (neue Wortkreation ;-) ) der Mutter und dem Tod des Vaters durch dessen eigene Hand. Ganz unblutig geht das natürlich nicht von statten aber auch zartbesaitete sollten das überstehen. Für Fenix der das alles mit ansehen muss bricht eine Welt zusammen, vor allem als sein letzter rettender Halm in der Brandung – Alma – auch noch mit ihrer Mutter fortgerissen wird. – Eine wahre Tragödie eingehüllt in bunte, nahezu grelle Zirkusbilder die dennoch düster und beklemmend wirken.

Der zweite, etwas längere Teil des Films spielt dann in der Gegenwart. Zunächst soll Fenix in der Anstalt neue „Freunde“ finden doch auch da läuft einiges schief und er ist froh, als er eines Tages seine Mutter vorm Fenster sieht. Von da an sieht er sich verpflichtet dieser zu helfen und ihr seine Arme zu leihen – und das im wahrsten Sinne des Wortes! Nein, nein, sie werden nicht abgetrennt, viel skurriler. Immer wenn seine Mutter die Arme und Hände benötigt, steht Fenix dicht hinter ihr und schiebt seien Arme durch speziell dafür vorgesehene Öffnungen in der Kleidung seiner Mutter und führt für sie Tätigkeiten wie stricken, Klavierspielen oder Frühstücken aus. Kaum ruft seine Mutter ist er zur Stelle. Eine wahre Abhängigkeit die beim Zuschauer ein eigenartig, beklemmendes Gefühl auslöst, nicht zuletzt aufgrund des engen Verhältnisses das somit zwischen Sohn und Mutter entsteht.
Vom Zirkus kommen die beiden auch nicht los. Sie haben eine kleine private Bühne auf der sie gemeinsam auftreten und auch mit anderen Artisten in Kontakt treten. Schön gemacht sind auch die Verbindungen zum Film „Der unsichtbare Mann“ – Fenix versucht krampfhaft genauso unsichtbar zu werden, obwohl er ohnehin nur noch ein Schatten seiner Mutter ist.SantaSangreMoebius

Zwischendurch gibt es einige wenige Szenen, die einen auch an die anderen etwas surrealistischeren Filme Jodorowskys erinnern, z. B. eine Jesusfigur inmitten von Hühnern, die mit selbigen beworfen wird oder eine Szene am Friedhof als Fenix mit den weiß angestrichenen Opfern seiner bzw. der Taten seiner Mutter konfrontiert wird. Diese weiße Farbe ist auch irgendwie ein Schlüssel, er pinselt alle Leichen weiß an. Vermutlich weil seine Alma damals immer komplett weiß geschminkt war und um diesen Kreis wieder zu schließen tritt Alma am Ende des Films wieder in sein Leben und schminkt sich bevor er sie wieder sieht auch wieder weiß…

Zuvor jedoch mordet Fenix gezwungen durch die hypnotischen Fähigkeiten seiner Mutter durch die sie seinen Geist beeinflusst und seine / ihre Hände führt. Das mit den Händen ist auch sehr gut gemacht. Fenix trägt immer sehr feminine Pullis, die passend auf die ärmellosen Roben seiner Mutter abgestimmt sind, damit er immer wenn sie ihn braucht gleich mal hinten rein schlüpfen kann und das Ganze gibt immer ein optisch perfektes Bild wenn sie gemeinsam agieren, dagegen wenn er alleine etwas unternimmt wirt dieser Aufzug geradezu lächerlich. Wenn Fenix ausgeht, (ver)kleidet er sich immer wie ein Zauberer mit Frack und Zylinder. So erobert er auch die Herzen vieler Frauen und zugegeben, er sieht trotz (oder gerade wegen) seinem femininen Touch wirklich irgendwie anziehend aus. Die Frauen mit denen er etwas anfängt sind allerdings passend zum Film ebenfalls etwas strange. Vor allem die letzte, die stärkste Frau der Welt hat es ihm angetan aber seine Mutter ist letztendlich doch stärker ;-)

Irgendwann kommt dann eben Alma und die Wende des Films. Vielleicht konnte man es erahnen, vielleicht nicht? Es gibt auf jeden Fall eine sehr krasse Wende, die mir sehr gut gefallen hat und die einfach perfekt zum Film passt. Ich möchte hier allerdings rein gar nichts verraten, weil jedes Wort zu viel eben zu viel sein könnte und ich denke man sollte es sich selbst anschauen. Wer wissen will worauf es hinausläuft, dem erzähl ich es gerne im Gästebuch privat aber nicht an dieser Stelle.

Vielleicht noch etwas zu den Hintergründen: Jodorosky hat für den Film Menschen genommen, die tatsächlich so sind wie in seinem Film. Es gibt eine Szene in der sich hungrige Straßenkinder auf den toten Zirkuselefanten stürzen, hier hat er wirklich Straßenkinder genommen, Adan Jodorowsky (der kleine Fenix) war im wirklichen Leben der jüngste Zauberer der Welt, Axel Jodorowsky (der große Fenix) war ausgebildeter Pantomime, deshalb auch die perfekte Gestik der Hände wenn er sie der Mutter „leiht“, Sabrina Dennison, die Alma spielt, ist tatsächlich taubstumm und die Behinderten waren natürlich wirklich Behinderte – wobei hier erwähnt werden muss, dass diese in diesem Film an keiner Stelle irgendwie zur Schau gestellt werden, sondern im Gegenteil wirklich nett und wie „normale“ Menschen behandelt werden. Wer jetzt wegen den Namen der Fenix Darsteller nachgrübelt, bevor Fragen kommen: ja, Adan ist Alejandros jüngster Sohn, auch Axel ist einer seiner 4 Söhne. Ob der Gnom der als Teo Jodorowsky im Abspann auftaucht wirklich aus dessen Familie stammt ist unbekannt, wohl eher ein „Bruder im Geiste“. Ein weitere Sohn Alejandros tritt kurz als Pfleger in der Anstalt auf.

Ich kann den Film auf jeden Fall nur jedem Empfehlen. Er verbindet mystisch, dramatische Elemente mit ein paar netten Splattereinlagen. Es geht um Gefühle, um Liebe um Wahn, Verzweiflung, einfach mitreißend. Ein Film an den man sich sicher noch länger erinnern kann und über den man gerne auch mal nachdenkt und diskutiert. „Warum? Es gibt kein Warum?. Wenn man Kunst kreiert, fragt man nicht Warum?. Es kommt von der Seele und dann tust Du es. Warum? Weil es fantastisch ist. Weil ich es mag!“ – Alejandro Jodorowsky


Bewertung: totenkopf5


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santa_sangre

Dead Snow

Veröffentlicht in Dead Snow, Splatter, Zombies mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , am Oktober 19, 2009 von obersack

dead_snow

OT: Død Snø
Land: Norwegen
Jahr: 2009
FSK: keine Jugendfreigabe
Regie: Michael Dougherty
Darsteller: Anne Dahl Torp, Jenny Skavlan, Bjørn Sundquist, Charlotte Frogner, Stig Frode Henriksen, Jeppe Laursen, Evy Kasseth Røsten, Lasse Valdal, Vegar Hoel, Ørjan Gamst
,…
Laufzeit: 90 min.


Inhalt:
Eine Gruppe Jugendlicher wollen sich in einer verschneiten Berghütte amüsieren, doch gleich am ersten Abend, erscheint dort ein merkwürdiger Fremder, der ihnen eine schaurige Geschichte erzählt. In der Gegend sollen die Nazis während des zweiten Weltkriegs die Bewohner aufs übelste drangsaliert haben. Der Anführer der Truppe soll außerordentlich brutal gewesen sein und vor allem Geldgierig. Sie hatten riesige Reichtümer von den Bürgern geklaut, doch dann taten sich die Einwohner zusammen und griffen ihrerseits an. Die Nazis mussten resignieren und fliehen, dabei waren sie vermutlich in den norwegischen Bergen erfroren.


Schon bald darauf machen die jungen Medizinstudenten den ersten Kontakt mit den wiederauferstandenen Nazi-Zombies. Ein blutiger Kampf ums Überleben beginnt…

Eindrücke:
Ursprünglich hatte mich das Thema erstmal abgeschreckt, den jeder Horror in dem Nazis vorkamen (von denen, die ich bisher gesehen habe), hat sich in meinen Augen als Schwachsinn erwiesen. Die guten Reaktionen anderer haben mich aber doch neugierig gemacht und ich gab dem Film eine Chance.
Zunächst läuft alles nach dem bekannten Muster ab. Naive Jugendliche in einer Gruppe (natürlich gut gemischt Männlein und Weiblein damit es nicht zu langweilig wird und auch der Sex nicht zu kurz kommt :-) ) befinden sich in abgeschiedener Gegend – natürlich ohne funktionierende Handys etc., sonst wäre es ja langweilig. Auch der schräge Typ, der eine fürchterliche Geschichte zur Einschüchterung erzählt – alter Hut!
Aber gerade, als man denkt: kann ja ne öde Sache werden, beginnt die wahre Action. Erst langsam fallen die ersten der Jugendlichen ein paar Zombie-Spähern zum Opfer, doch schnell entwickelt sich das ganze zu einem blutigen Gemetzel das wirklich anständig was zu bieten hat in Sachen Splatter, da fliegen Köpfe und hängen Gedärme aus aufgerissenen Leibern…

Auch die Zombies wirken erschreckend gruselig und nicht nur dämlich wie in anderen Zombie-Filmen. Dazu komt, dass sie auch nicht langsam und schwachsinnig sind sondern schnell, mordlustig, organisiert und auch mit einer gewissen Intelligenz versehen. Also wirklich gut gemacht, da kann einem schon ein Schauer über den Rücken laufen wenn die vielen Zombie-Nazis sich formatierne um zum Angriff überzugehen.

Neben dem Blut und dem Grusel kommt auch der schwarze Humor nicht zu kurz, vor allem wenn am Ende das Gemetzel nur so tobt und sich z. B. einer der Jugendlichen den Arm selbst mit der Kettensäge amputiert, weil er dort gebissen wurde, und kurz darauf von einem weiteren Zombie in sein bestes Stück gebissen wird…

Nichts für schwache Nerven und sanfte Gemüter, wer es aber blutig und böse mag, der ist hier absolut richtig!!!

Bewertung:
totenkopf5


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dead_snow

Halloween III

Veröffentlicht in Feste - Halloween, Halloween III mit den Tags , , , , , , , , , am Oktober 19, 2009 von obersack

halloween3

OT: Halloween 3
Land:
USA
Jahr: 2006
FSK: keine Jugendfreigabe
Regie:Tommy Lee Wallace
Darsteller: Tom Atkins, Stacy Nelkin, Dan O’Herlihy, Michael Curri, Ralph Strait, Jadeen Barbor, Brad Schacter, Garn Stephens, Nancy Kyes, Jon Terry, Al Berry,…


Inhalt:
8 Tage vor Halloween wird der Spielzeugverkäufer Harry Grimbidge im Krankenhaus eingeliefert. Er hält eine Halloween-Maske in der Hand und stammelt irgendwas, dass sie alle töten werden. Noch in derselben Nacht dringt ein Unbekannter ins Krankenhaus ein, tötet erst Harry Grimbidge und setzt sich dann selbst in einem Auto vor dem Krankenhaus in Brand. Der diensthabende Arzt Dan Challis trifft bei den folgenden Untersuchungen auf Grimbidges Tochter Ellie. Diese hat bereits Nachforschungen angestellt und denkt, dass der Tod ihres Vaters etwas mit den Masken zu tun hat. Diese sind der Verkaufsschlager in diesem Jahr, fast jedes Kind besitzt bereits eine, denn ständig laufen im TV nervende Werbespots für diese Dinger, in denen geworben wird, dass jeder, der am Halloweenabend, um 9 Uhr seine Maske trägt und vor dem Fernseher sitzt wenn die Sondersendung ausgestrahlt wird, eine besondere Überraschung erhält.
Sie fahren also in das „schöne“ Städtchen Santa Mira, wo sich die Fabrik Silver Shamrock befindet wo Ellies Vater auch eine Lieferung der Masken abholen wollte bevor er ins Krankenhaus eingeliefert wurde. In der Fabrik erfahren sie, dass ihr Vater die Lieferung noch erhalten hat, bekommen aber gleich kostenlosen Ersatz angeboten, falls unterwegs zum Geschäft etwas schief gelaufen sein sollte. Da zur gleichen Zeit auch noch der „Top-Verkäufer“ mit seiner Familie anwesend ist und eine Firmenführung erhält wegen seiner tollen Dienste für das Werk, nehmen Dan und Ellie die Gelegenheit wahr und besichtigen ebenfalls mit ihnen die Firma, wobei ihnen einige eigenartige Dinge auffallen. Vor allem als Ellie den Wagen ihres Vaters am Fabrikgelände entdeckt ist klar, dass irgendetwas nicht stimmt.
Dan will telefonisch Hilfe anfordern während Ellie den Koffer packen soll doch als er zurückkommt ist Ellie verschwunden – entführt…
Also zurück in die Fabrik, was natürlich nicht so leicht ist, weil Dan ebenfalls von Cochran (dem Chef der Fabrik)´s Männern gesucht wird. Diese „Männer“ sind allerdings auch etwas tückisch, da es sich dabei um geklonte Maschinenmenschen mit unmenschlichen Kräften handelt. Nun muss Dan in die Firma gelangen, Ellie retten und verhindern, dass der TV-Spot ausgestrahlt wird, denn mittlerweile ist es Halloween und bereits kurz vor 9 Uhr… wird es ihm gelingen?

Eindrücke:

Wer jetzt sagt: Und wo ist Michael Myers? Was hat das mit der Halloween-Reihe zu tun außer dass es um Halloween rum spielt? Klingt das Ganze nicht etwas abgedreht? – ja, der wundert sich zu Recht.


Wenn man die ersten beiden Teile von Halloween kennt, ist es vielleicht nicht wirklich abwegig, das Ganze ohne Michael Myers spielen zu lassen, allerdings lebt die Reihe ja von der Idee, dass an Halloween ein massiger Killer umherzieht und Morde verübt. Hier wird diese Idee völlig über den Haufen geworfen und durch eine wirklich blödsinnige Idee ersetzt. Schön und gut, es mag etwas Neues und Ausgefallenes sein, wenn ein Scherzartikel Erfinder auf die kranke Idee kommt Halloweenmasken zu verkaufen, die einen Chip eingebaut haben, der am Halloweenabend durch einen Impuls über den Fernseher ausgelöst werden soll und allen Kindern die Köpfe schmelzen… aber Neu ist eben nicht immer auch gleich gut…


Wenn man sich also mit dem Fehlen von Mike Myers abgefunden hat muss man sich als nächstes mit den vielen Ungereimtheiten und absolut unlogischen Sequenzen des Films abfinden. Es tauchen Fragen über Fragen auf. Schon bei Harry Grimbidges Flucht vor den Klonen am Anfang fragt man sich warum und wie hat er das mit dem Auto geplant das den Klon zerquetscht, ihn aber heil lässt? Wuste er vorher dass etwas in der Fabrik nicht stimmt? Dann kommt die blöde Geschichte mit dem „Energiestein“ den Cochran aus Stonhendge! geklaut hat und Teile von diesem sind es eben, die er nun in die Masken einbaut. Bescheuert, oder? Dazu kommt, dass man nie erfährt wie es möglich war diesen zu klauen und in die Fabrik zu schaffen. Und eine Dame spielt an dem Chip den sie gefunden hat und es kommen blaue Laserblitze raus – einfach kitschig! Ebenso wie am Ende der Kreis aus diesen blauen Lasern in der Fabrik. Auch die Beziehung zwischen dem doch bereits etwas älter wirkenden Dr. Dan Challis und Ellie ist höchst eigenartig. Ellies Vater wurde ermordet, das scheint sie aber recht wenig zu berühren, sie will nur herausfinden warum aber traurig scheint sie nicht wirklich zu sein, zudem verführt sie den Doktor keine 5 Tage später im Motelzimmer…


Und wären all diese Dinge nicht genug, dann kommt noch 100 Mal dieser nervige Werbespot, begleitet von einer noch nervigeren Melodie – klar soll das eben auch genauso rüberkommen aber man ist wirklich nahezu geneigt die Glotze einzuschlagen wenn das Gedudel mal wieder losgeht.


Okay, es gibt auch ein paar positive Aspekte an dem Film. Allerdings muss man dazu die ungeschnittene Fassung besitzen, wobei bitte unbedingt drauf zu achten ist, dass es auch die von Laser Paradise ist. Es gibt noch ne andere „angeblich ungeschnittene Fassung“ die eine FSK18 bekommen hat, in der aber die beiden besten Szenen raus geschnitten sind. Naja eben diese zwei ganz netten Szenen sind ganz gut aber allein deswegen muss man sich den Film auch nicht anschauen. Auch Tom Atkins als Schauspieler seh ich recht gerne, wobei seine Stellung als Frauenheld hier doch etwas überbetont wird. Wirklich eigenartig, dass er wenn er so gut bei den Frauen ankommt, zuhause so einen Drachen hat. Die Idee mit den Robotern die äußerlich wie Menschen wirken hat zwar vielleicht zur Entstehungszeit des Films etwas beklemmendes gehabt, ist mittlerweile aber auch schon einige Male durchgekaut worden, so dass es nicht mehr wirklich erschreckend wirkt. Ganz gut ist die Sache mit Ellie am Schluss auch noch gemacht aber eben auch nur ganz gut, nichts wirklich Großartiges das den Film noch rausreißen würde.


Um noch mal auf die FSK16 Version einzugehen. Die Schnitte sind wirklich so krass und an Stellen wo es meiner Meinung nach wirklich keinen Schnitt gebraucht hätte. Teilweise denkt man sich – was war das jetzt? In einer Szene wenn Harry Grimbidge ermordet wird, kommt ein Klon und bohrt ihm im Krankenhaus die Finger in die Augen. In der geschnittenen Version stoppen die Finger allerdings über den Augen und dann kommt der Schnitt und Harry zuckt noch kurz und ist tot. Was hat der Klon also gemacht? Ein Zauberer? ;-) Schon ulkig wenn man nicht die ungeschnittene Version kennt und so gibt es noch ein paar Szenen, die nahezu unlogisch werden durch die dämlichen Schnitte. Ihr seht also: niemals geschnittene Versionen kaufen auch wenn diese nur 4 € kostet – rausgeworfenes Geld!


Ach bevor ich mich noch weiter aufrege sag ich einfach nur noch: egal ob geschnitten oder ungeschnitten, diesen Teil der Halloween Reihe hätte es nicht gebraucht. Wer es sich dennoch geben will soll unbedingt zur ungeschnittenen Version greifen, sonst geht auch noch das letzte bisschen Unterhaltung flöten! Zudem ist die Bildqualität bei der Laser Paradise Version um einiges besser!

Bewertung:


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Trick ´r Treat

Veröffentlicht in Feste - Halloween, Trick ´r Treat mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am Oktober 19, 2009 von obersack

trick-r-treatOT: Trick ´r treat
Land:
USA
Jahr: 2008
FSK: keine Jugendfreigabe
Regie: Michael Dougherty
Darsteller: Quinn Lord, Brian Cox, Dylan Baker, Leslie Bibb, Rochelle Aytes, Anna Paquin, Moneca Delain, Tahmoh Penikett, Lauren Lee Smith, Britt McKillip, Isabelle Deluce, Jean-Luc Bilodeau,…
Laufzeit: 86:34 min.



Inhalt:
In diesem Episodenhorror, der an Halloween spielt, ereignen sich etliche seltsame Geschichten, die auf sonderbare Weise miteinander verstrickt sind. Eine Gruppe Kinder will einem Mädchen einen Streich spielen und wird selbst zum Opfer, ein Schuldirektor entpuppt sich als psychopatischer Killer während ein weiterer Killer, der das muntere Halloweentreiben eines Festumzugs für seinen Raubgang nutzt, schließlich selbst zum Opfer von etwas weitaus gruseligerem wird… ach und da wäre ja noch der kleine Kürbismann vom Cover: ein verkleidetes Kind? Er ist immer mit von der Partie wenn es um einen makaberen Halloweenstreich geht…


Eindrücke:
Ich weiß, dass die Zusammenfassung sehr wirr klingt, aber der Film ist ebenso aufgebaut. Einzelne Episoden, die sich alle in der selben Stadt zu Halloween ereignen greifen ineinander über um zum Schluss ein Gesamtbild zu schaffen. Da ich Episodenfilme mag, genau nach meinem Geschmack, auch wenn es zunächst vielleicht etwas schwer fällt einen Sinn hinter dem Ganzen zu sehen. Es geht auf jeden Fall schön blutig und gruselig zu, wie man es von einem Halloween-Film erwartet. Der Film hat viele überraschende Wendungen, immer wenn man meint etwas klarer zu sehen, erwartet einen eine neue gruselige Überraschung. Ich möchte auch nicht zu viel verraten, sonst wirkt das Ganze bestimmt nicht mehr so gut aber der Film hat etliche gute Ideen parat, wie z. B. das Kürbismännchen, das während des ganzen Films immer wieder auftaucht und ganz am Ende seine wahre gruselige Identität Preis gibt oder dass in einem Rotkäppchen auch der böse Wolf stecken kann…

Wer für das kommende Halloweenfest also noch einen gruseligen Streifen sucht, ist hier denke ich ganz gut beraten, denn der Fil wird an keiner Stelle langweilig, es kann höchstens sein, dass einem die Handlung zu wirr wird – aber davor seid ihr ja jetzt vorgewarnt…

Bewertung: totenkopf4


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Heuschrecken – Die achte Plage

Veröffentlicht in Heuschrecken - Die achte Plage, Tierhorror mit den Tags , , , , , , , , , , am Oktober 18, 2009 von obersack

heuschreckenOT: Locustus: The 8th plague
Land: USA
Jahr: 2005
FSK: 16
Regie:Ian Gilmour
Darsteller: Dan Cortese (Colt Dutton), Julie Benz (Vicky Snow), Jeff Fahey (Russ Snow), David Keith (Gary), Kirk B. R. Woller (Greg Ballard), Kasko Srewgew (Henderson),…
Laufzeit:
ca 84 min.



Inhalt:
Irgendwo in der Einöde um Idaho hat die Firma Silogen ihren Sitz. Hier wurde unter Leitung von Russ Snow wurde eine neue, genmanipulierte Heuschreckenart erschaffen, die über folgende besondere Eigenarten verfügt: sie frisst keine Pflanzen an sondern beseitigt im Gegenteil, alle Schädlinge von den Pflanzen. Dazu kommt, dass sie ja nicht auf den Kopf gefallen sind, sie wollen die Heuschrecken an die Bauern verkaufen und damit sie immer wieder daran verdienen können, haben sie sie so umgezüchtet, dass es nur männliche Tiere gibt und dass diese nach 2 Tagen sterben. Alles schön und gut doch bei einem Versuch läuft etwas schief und die Tiere gelangen ungewollt ins Freie.
Wäre an und für sich nicht schlecht doch es stellt sich heraus, dass die Forschung doch noch nicht ganz so ausgereift war wie sie dachten, was sich bereits daran zeigt, dass die äußerst gefräßigen Tiere auch vor Menschen nicht halt machen denn einer ihrer Mitarbeiter der die Schleuse reparieren sollte um die Heuschrecken von einem Ausbruch aufzuhalten, wird vollkommen zerfetzt und abgenagt bis auf die Knochen vorgefunden.
Bald bekommen dies auch die übrigen Bürger der Umgebung zu spüren. Erst muss ihr Vieh dran glauben, dann werden die ersten menschlichen Leichen gefunden. Alle ortsansässigen Behörden werden alarmiert. Nur gut, dass sie in so nem Nest auch eine hervorragende Veterinärärztin und sogar einen Entomologen haben, da kann doch nichts mehr schief gehen, oder? Schnell haben sie analysiert wer der Übeltäter ist denn sie sind ja schwer zu übersehen und dank dem Experten der sogar noch bei Silogen gearbeitet hatte, dann aber aus Gewissensgründen vorzeitig ausgestiegen ist und dachte er hätte sie überzeugt ebenfalls diese Forschungen aufzugeben, finden sie genau heraus wie ihr Gegner reagiert. Nur stimmt es nicht ganz, dass sie sich nicht vermehren können… und dazu kommt, dass die netten Tierchen gegen sämtliche Schädlingsbekämpfungsmittel immun sind und sich im Gegenteil noch drüber freuen… und so greifen sie munter weiter Menschen an, das Militär wird eingeschaltet und zuletzt… ach wenn ihr es wissen wollt schaut euch den Film doch selbst an


Eindrücke:
Ich muss sagen ich war bereits bei der ersten Einblendung geneigt wieder abzuschalten als ich die schrecklich Computer animierten Tierchen da im Labor auf derartig unnatürliche Weise herumfliegen sah, einfach schlecht gemacht doch es stellt sich heraus, dass das lediglich die Schädlinge sein sollten, die die Heuschrecken in einem Versuch auffressen sollten. Wirklich schrecklich gemacht diese ganze Eingangsszene, man sieht deutlich, dass einfach alles nicht echt ist aber kurz bevor ich wegschalten wollte kam der nette Mann der die Schleuse reparieren sollte und dann kamen die Heuschrecken und als ich sag wie sie quasi durch ihn durch flogen und dabei das Blut nur so spritze und anschließend die Leichenteile herumlagen, hab ich mir gedacht, das könnte doch noch ein recht unterhaltsames Filmchen werden…

Ja, die Heuschrecken sehen sehr unecht aus und man kann an keiner Stelle glauben, dass es sich um echte Tierchen handeln könnte aber wenigstens verstellt sich der Film nicht und es ist auch nicht darauf angelegt auf biegen und brechen echt zu wirken. Wenn man es hinnimmt, dass die Heuschrecken Ergebnisse der neuzeitigen Computertechnik sind, sehen sie eigentlich ganz annehmbar aus.
An einigen anderen Stellen werden allerdings auch Computer Animationen eingesetzt, wo dies wohl wirklich nicht nötig gewesen wäre (Hubschrauber etc.) und da sieht man es leider nur allzu deutlich und das ist dann doch etwas schlecht gemacht.

Wie gesagt, was mich dazu bewegt hat nicht abzuschalten war der erste doch recht ansehnlich gestaltete Splattereffekt und zumindest in dieser Hinsicht wurde ich nicht enttäuscht. Zig Mal sieht man im Film wie die netten Tierchen Menschen bei lebendigem Leib anfressen und ihnen ganze Hautfetzen in Nahaufnahme aus dem Gesicht reißen oder wie der ganze Schwarm auf jemanden zufliegt und in einer Blutfontäne durch dessen Bauch brettert. Dann gibt es z. B. eine nette Szene wenn die Heuschrecken über einen Vergnügungspark herfallen und die armen Deppen die gerade in den Fahrgeschäften angeschnallt sind können nicht abhauen und werden während der „lustigen“ Fahrt zerfetzt von den Heuschrecken, einem anderen Kirmesgast fliegt eine Heuschrecke auf den Hals zu und anschließend klafft dort ein riesiges rotes Loch etc…. und dann gibt es eben noch etliche abgefressene Leichen wo man nur noch rote, abgefressene Schädel und so sieht. Muss sagen dafür dass er laut Premiere FSK16 ist, geht es schon ordentlich zur Sache denn auch wenn man deutlich sieht, dass die Tiere unecht sind, die Effekte sind größtenteils wirklich gut gemacht und sehen sehr glaubwürdig aus.

Was die Story angeht, eben das übliche, genmanipulierte Tiere greifen auch Menschen an, reagieren nicht wie man es erwartet hätte, scheinbar immun gegen jeden Versuch sie zu töten, breiten sich immer mehr aus und man muss versuchen dies zu verhindern sonst ist es das Ende von allem. Der klägliche Versuch einer Begründung worauf dann alles hinausläuft ist dermaßen an den Haaren herbeigezogen und lachhaft, dass es besser schon gar nicht mehr geht. Ich sag nur soviel: kauft euer Essen nur noch beim Bio-Bauern dann fressen euch die Heuschrecken nicht *muahahaha*. Vielleicht sollte es ein Werbefilm für den natürlichen Landwirtschaftszweig werden? Immer wieder wird während dem Film drauf herumgeritten, teilweise wird es wirklich zu blöd wenn der „Held“, ein gut aussehender Kerl mit strubbeligen schwarzen Haaren seiner Freundin vorjammert wie verzweifelt er ist weil er sein Leben lang „predigt“ wie schädlich diese ganzen Pestizide sind etc. und dass es auch anders geht und dass keiner auf ihn hören will – der Arme, eine Runde Mitleid…. also das wirkt nur noch peinlich in dieser Form rübergebracht. Moral hin oder her ich denke das weiß jeder und man kann drauf hinweisen aber nicht den ganzen Film über und den Film quasi drauf aufbauen. Um zum Ende zu kommen, der Film bleibt leider, wie erwartet, nur Mittelmaß, bringt von der Story nichts Neues, weißt etliche Logiklücken auf (warum hört zu Beginn die Partnerin des Bauers auf dem Walkie Talkie wie er schreit wenn die Heuschrecken ihn fressen? Hat er extra aufs Knöpfchen gedrückt damit sie hört wie er zerrissen wird? Hat sich vor Angst seine Hand verkrampft?), die Heuschrecken versuchen gar nicht erst echt zu wirken sondern sind rein computeranimiert – aber an Kunstblut (oder auch computeranimiertem Blut) wird nicht gespart, der Film lebt also quasi nur von seinen Effekten (bzw. von guten Computertechnikern). Wer einen Film mit Tiefgang will Finger weg, wer seichte Unterhaltung mit ein paar doch sehenswerten Effekten sehen will kann ja mal reinschalten (muss aber nicht) daher bedingte Empfehlung meinerseits um den Film mal nicht ganz so schlecht wegkommen zu lassen….



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heuschrecken

Rohtenburg

Veröffentlicht in Rohtenburg, was sonst nirgends passt mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Oktober 18, 2009 von obersack

rohtenburgOT: Rohtenburg
Alternative Titel: Butterfly – A grim love story; Grim Love
Land: Deutschland
Jahr: 2006
FSK: 18
Regie:
Martin Weisz
Darsteller:Thomas Kretschmann, Thomas Huber, Keri Russell, Angelika Bartsch, Alexander Martschewski, Nils Domming, Marcus Lucas
Laufzeit: ca. 90 min.


Inhalt:
Katie Armstrong ist eine amerikanische Kriminalpsychologiestudentin und als Abschlussarbeit hat sie sich den Fall: Oliver Hartwin aus Deutschland ausgewählt. Oliver wuchs bei seiner allein erziehenden Mutter auf, welche unter psychischen Störungen litt und ihn z. B. zwang mit Lederhosen zur Schule zu gehen (Anmerkung der Autorin: da kann man ja nur zum Mörder werden ;-) ). Jahrelang musste sich Oliver um seine Mutterkümmern als sie krank wurde, bis er sie schließlich tot im eigenen Keller aufgefunden hat. Dann kommt ihm die Idee den Keller in einen „Schlachtraum“ umzubauen und über einen „Kannibalen-Chat“ im Internet sucht er nach Opfern, die sich von ihm aufessen lassen. Nach einem erfolglosen Versuch bei dem das auserkorene Opfer im letzten Moment einen Rückzieher macht, trifft er auf Simon Grombeck. Simons Mutter beging Selbstmord als er neun Jahre alt war und er fühlt sich für deren Tod verantwortlich. Er ist überzeugt, dass sie es nur tat, weil sie mit seinen bereits früh aufkeimenden homosexuellen Neigungen nicht klar kam. Nun nach Jahren seelischen Leidens glaubt er Erlösung zu finden wenn er sich von jemandem essen lässt…
Katie verfolgt die Spuren Olivers, bricht sogar in dessen Wohnung ein um für ihre Arbeit Indizien zu finden und kommt sogar an das Video, das Oliver während der Tat aufgezeichnet hat und gelangt an die Grenzen ihrer Wissensdurst…


Eindrücke:
Ich möchte gleich am Anfang bemerken, dass ich in diesem Bericht keinerlei persönliche Meinung was die Tat an sich angeht äußern möchte. Hier soll es lediglich um den Film gehen und ob es nun schade ist dass er verboten wurde. Sind wir hier um ein Meisterwerk beraubt oder eher vor seelischen Grausamkeiten in visueller Form bewahrt worden?
Nachdem ich zum Vergleich auch den Film „Cannibal – Aus dem Tagebuch des Kannibalen“ von Marian Dora gesehen habe kann ich von vorneherein sagen, dass dieser ohnehin empfehlenswerter ist wenn man sich mit dem Thema befassen möchte, daher will ich den Bericht auch als kleinen Vergleich zwischen den beiden Filmen gestalten.


Was einem bei dem Film „Rohtenburg“ gleich einmal schwer aufstößt ist die typische amerikanische Art nach der er gestaltet ist. Die sensationslüsterne Studentin die vor nichts zurück schreckt, für ihre Abschlussarbeit extra nach Deutschland an die original „Schauplätze“ fährt um sogar in die Wohnung des Kannibalen einzubrechen… die dämlichen Klischees auf denen der Film aufgebaut ist (wer sich Horrorfilme „Gesichter des Todes“ anschaut und als Kind dazu gezwungen wird Lederhosen zu tragen kann ja nur zum Mörder werden) und auch die Erzählweise und wie versucht wird mit Täter und Opfer gleichermaßen zu sympathisieren wird nicht überall Anklang finden. Zudem ist es total störend wenn die Story immer wenn ein wenig Spannung aufkommen könnte, durchbrochen wird von der dämlichen Rahmenhandlung um die miserabel geschminkte Studentin. Am prallsten wird es, wenn sie sich gegen Ende selbst in eines dieser Kannibalen-Foren einloggt um an das Video zu kommen, das der Kannibale während seiner Tat gedreht hat – und tatsächlich meldet sich jemand und legt ihr das Video vor die Türe (sie ist natürlich so blöd und gibt ihren Aufenthaltsort an einen Typen den sie nicht kennt und in einem Kannibalen-Forum getroffen hat?) und ist aber selbst nicht da. Man fragt sich wieso er ihr das Video gibt und warum er nicht gezeigt wird? Der Film drückt sich hier um eine Erklärung…. und dann schaut sie natürlich das Video und dazu sieht man sie immer wieder eingeblendet, wie sie entsetzt flennt und ihre ohnehin schlechte Schminke ihr übers ganze Gesicht läuft und sie die Hände vors Gesicht schlägt – ich frag mich nur: was soll das? Wenn sie sich solang damit beschäftigt hat muss sie ja drauf vorbereitet sein was sie erwartet, oder nicht? Auf jeden Fall saublöd gemacht das Ganze! Um mal auf den „angedrohten“ Vergleich zu „Cannibal“ zurück zu kommen: hier entfällt diese ganze Rahmenhandlung, der Film dreht sich wirklich nur um den Täter und sein Opfer ohne Schnickschnack und Pipapo was es dem Zuschauer deutlich einfacher macht sich in die Handlung einzufinden und zu verstehen worum es geht. Man kann sich selbst eine Meinung bilden und muss sich nicht wie bei „Rohtenburg“ von scheinheiligen Sympathien und Pseudo-Psychologischen Analysen von Täter und Opfer belullen lassen.


Was die Tat selbst angeht und wie sie dargestellt wird, erfährt der Zuschauer bei „Rohtenburg“ zwar worum es geht aber wenn man dann blödsinnige Dialoge wie „Beiss mein Ding ab!“ oder ähnliche tief greifende Äußerungen hört, fragt man sich echt wo man hier gelandet ist. Natürlich stößt das sicher bei vielen schon an die Grenze des guten Geschmacks auch wenn man nicht explizit sieht wie er versucht den Penis abzubeißen oder diesen dann anschließend mit dem Messer abtrennt oder wie die beiden anschließend an einem Tisch mit Kerzen sitzen und den gebratenen Penis gemeinsam verspeisen… allerdings wird hier versucht das Ganze irgendwie leicht ästhetisch darzustellen, was wohl nicht wirklich angebracht ist. Bei „Cannibal“ dagegen wird es äußerst abstoßend und blutig gezeigt ohne zu beschönigen. Sicher auch nicht jedermanns Sache aber ich denke entweder man will sich mit dem Thema befassen und dann in allen Details oder man lässt es gleich bleiben.


Auch das Ende war mir bei „Rohtenburg“ dann viel zu abrupt. Man sieht nicht mal ansatzweise wie Oliver sein Opfer dann noch verspeist, man bekommt nicht einmal eine ordentliche Andeutung dessen sondern sieht fast nur die dämliche Studentin die man gar nicht sehen will. Bei „Cannibal“ dagegen bekommt man hier doch noch ein paar unappetitliche Details zu sehen…


Was die Darsteller angeht muss ich dann doch mal etwas Positives an „Rohtenburg“ lassen, denn Thomas Kretschmann („King Kong“) und Thomas Huber agieren perfekt zusammen und spielen ihre Rollen sehr überzeugend und einfühlsam. Keri Russel als amerikanische Studentin dagegen konnte mich überhaupt nicht überzeugen aber das liegt wohl zum Teil auch an der wirklich überflüssigen und bescheuerten Rolle die ihr zugeteilt wurde.


Was den Filmtitel angeht ist der englische Titel wohl besser gewählt denn es geht hier wohl eher um Zwischenmenschliche Beziehungen, so abartige diese teilweise auch sein mögen und weniger um die Gewalt die der Titel „Rohtenburg“ ausdrückt, der natürlich neben dem Bezug zur (absichtlich falsch geschriebenen) Stadt eben auch auf die „Roh-“heit hindeutet.


Was soll ich dazu sagen. Der Film versagt einfach in jeder Hinsicht. Er stellt die Tatsachen nicht wirklich dar, geht zu wenig auf die Tat an sich ein. Wenn der Film eine reine Psychostudie darstellen soll schwächelt er auch an vielen Stellen und wirkt teilweise auch zu pseudo-mäßig überzogen, versucht „Mitleid“ aus dem Zuschauer herauszukitzeln und Verständnis für etwas was wohl die allerwenigsten verstehen können und wollen. Die Beziehungen der Hauptdarsteller werden zu Beginn gut dargestellt aber irgendwie wird gegen Ende dieses Konzept auch nicht mehr wirklich weiter durchgezogen und somit ergibt sich letztendlich eine bunte Mischung wage angedeuteter Konzepte von denen keines wirklich überzeugend bis zum Ende durchgezogen wird. Alles bleibt irgendwie schwammig und wenig überzeugend. Daher nicht empfehlenswert!



Bewertung:
totenkopf2


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rohtenburg

See no evil

Veröffentlicht in See no evil, Splatter mit den Tags , , , , , , , , , am Oktober 17, 2009 von obersack

seenoevilOT: See no evil
Alternative Titel: Eye scream man, Goodnight, The Goodnight man, Collezionista di occhi II
Land: USA
Jahr: 2006
FSK: juristisch geprüft
Regie:
Gregory Dark
Darsteller: Kane, Glen Jacobs, Christina Vidal, Samantha Noble, Luke Pegler, Michael J. Pagan, Steve Vidler, Craig Horner, Tiffany Lamb, Penny McNamee,…
Laufzeit: ca. 100 min.



Inhalt:
Zu Beginn sieht man zwei Polizisten zu einem scheinbar verlassenen Haus gehen denn die Nachbarn hatten angerufen, dass sie laute Musik gehört haben und auch Schreie. Die Polizisten finden bereits beim Betreten Blut an den Wänden und in einem von Kerzen beleuchteten Zimmer finden sie eine am Boden kauernde Frau, die statt Augen nur noch zwei übel zugerichtete schwarze Löcher im Kopf hat – doch den Polizisten bleibt nicht viel Zeit sich an diesen Anblick zu gewöhnen denn sogleich taucht auch schon der Übeltäter in Form des stämmigen, 2,10 m großen Jacob Goodnight auf und bringt sogleich den ersten Polizist zur Strecke. Dem zweiten trennt er einen Arm ab doch diesem gelingt es noch, dem Riesenbaby eine Kugel durch den Kopf zu jagen.


Vier Jahre später setzt die Story wieder ein. Der damals beteiligte Polizist hat mittlerweile eine Armprothese und arbeitet in einer Strafvollzugsanstalt für jugendliche Straftäter. Nun soll ein ganz neues Projekt gestartet werden zur Strafminderung einer Gruppe Inhaftierter. Eine handvoll Mädels und eine handvoll Jungs aus dem Gefängnis fahren in einem Bus mit ihren Wärtern zu einem heruntergekommenen Hotel. Eine alte Dame hat ihnen das Angebot gemacht, dass sie ihr drei Tage bei den Renovierungsarbeiten helfen können. Wenn sie sich ordentlich bewähren erhalten sie einen Monat Straferlass. Was sie nicht wissen ist, dass sie mit der alten Dame nicht allein im Hotel sind…
Die oberen Etagen sollen sie zwar nicht betreten weil dort vor Jahren ein schlimmer Brand gewütet hatte und seitdem nichts erneuert wurde aber wenn die Betreuer unten in der Bar sitzen und einen nach dem anderen kippen hält dieses Verbot die jugendlichen Kriminellen natürlich nicht davon ab es doch zu tun und bald darf einer nach dem anderen Bekanntschaft mit Jacob machen, der eigenartigerweise nicht tot sondern auf Rache aus ist…


Eindrücke:
Vielleicht sind jetzt beim einen oder anderen bereits die ersten Fragen aufgetaucht… Es wird z. B. nie gesagt, dass Jacobs Leiche gar nicht gefunden wurde und die ganze Aktion – warum steckt man kriminelle Mädels mit kriminellen Jungs gemeinsam in so ein Projekt? So was Dämliches würde wohl niemand tun. Dazu noch in ein so wenig gesichertes, riesiges Gebäude wo es überall Fluchtmöglichkeiten gäbe. Ich sage gäbe denn im ganzen Film hat nur eine Einzige wirklich die Absicht abzuhauen. Sind die anderen so brav dass sie es nicht tun? Sind sie so vernünftig dass sie denken sie werden eh geschnappt? Sind sie so blöd dass sie einfach nicht auf die Idee kommen? Dazu kommt, dass es an der Disziplin auch etwas hapert. Statt den Jugendlichen das Rauchen zu verbieten lässt sich der männliche Aufseher von den Mädels auch noch ne Zigarette (die sie zuvor der weiblichen Betreuerin geklaut hatten – und die ist so blöd dass sie es nicht schnallt…) geben und geht wieder in die Bar wo er zusammen mit der Alten und seiner weiblichen Kollegin einen nach dem anderen kippt. Also so weit so gut, scheinbar stellen sich die Amis gerne für blöd hin und ziehen ihr Strafvollzugssystem scheinbar gerne ins Lächerliche… Die Jugendlichen haben dazu noch Drogen dabei, da hat auch keiner drauf geachtet, die andere hat von der Wärterin auch noch das Handy geklaut (hat sie auch nicht gemerkt)… und um das Ganze jetzt nicht noch weiter zu treiben sage ich nur noch also wer Logik sucht soll woanders suchen aber nicht in diesem Film!Also gehen wir die Sache anders an: Noch mal von vorn! Hirn ausschalten, vielleicht ein Bierchen zur Hand nehmen und das logische Denken völlig deaktivieren, stattdessen voll auf visuelle Empfängnis schalten. – Und siehe da! Auf einmal erwartet einen ein wirklich ansehnliches Filmchen. Das Blut spritzt nur so denn der gute Jacob sieht nicht nur überzeugend Furcht einflößend aus (okay in manchen Einstellungen weicht dieser Eindruck leider einem leicht dämlich-belämmerten Aussehen) sondern er geht auch nicht gerade zaghaft (Achtung Euphemismus) mit seinen Opfern um. Mit einer schweren Eisenkette an deren Ende ein Fleischerhaken befestigt ist fängt er seine Beute ein und schleift sie durch die Gänge so dass deren Köpfe nur so gegen die Wände krachen – vor allem die Geräusche sind da auch ziemlich derb. Dann nimmt er seine langen schmutzigen Fingernägel und man sieht im Detail wie er ihnen teilweise bei lebendigem Leib die Augen aus dem Höhlen reißt.
Was die ersten ca. 20 bis 30 Minuten (wenn man die Eingangszene mal außer Acht lässt) eher zäh beginnt, steigert sich bis zum Ende immer mehr an Grausamkeit und Brutalität um letztendlich in einem wirklich gut gemachten, sehr brutalen Ende zum Finale zu kommen. Um noch mal auf eine Splatter/Gore-Szene speziell einzugehen, z. B. Jacob entdeckt ein Mädel das einen Feuerwehrschlauch um den Bauch gebunden hat und sich mittels diesem aus einem der oberen Stockwerke vor ihm nach unten flüchten will. Er zieht sie erst wieder hoch doch weil sie ihn so sehr anfleht er möge sie doch runter lassen, nimmt er sie doch glatt beim Wort und sie saust kopfüber nach unten, durch ein Glasdach, kracht mit dem Kopf auf den Boden, lebt aber noch und dann kommt eine Meute hungriger Streunerhunde und stürzt sich auf sie. Gut, bei der Szene wird dann ausgeblendet, man sieht nicht so viel, es soll mehr eine Art Gag sein weil sie dem einen Streunenden Köter gegen Anfang des Films noch was von ihrer Essensration gegeben hatte…. und was ich als absolut eklig empfand ist eien Szene in der Jacobs Loch im Kopf sichtbar ist wo er damals vor 4 jahren angeschossen wurde und die Klappe geht auf und fette, eklige Maden quillen aus dem Kopf *argh* – ich hasse Maden!!!
Also wenn man es wirklich nur auf explizite Gewaltdarstellung (abgetrennte Gliedmaßen, aufgespießte Menschen, durchbohrte Hälse,…) ohne übermäßige Längen abgesehen hat ist man hier doch gut unterhalten aber wie gesagt nicht zu sehr über irgendetwas nachdenken.


Bei den Personen fällt es einem leicht sich nicht allzu große Gedanken über sie zu machen. Wirkliche Sympathie baut man zu keinem auf. Die Jugendlichen sind klischeehaft dämlich und unsympathisch bis auf vielleicht zwei oder drei, die Wärter werden nur kurz genauer beleuchtet und selbst der mit der Armprothese vom Anfang ist nicht so gut gezeichnet dass man ihn (wie es, z. B. durch die Geste mit der Zigarette oder das Gespräch mit einem der Mädels, dem Zuschauer vermittelt werden soll) ehrlich bedauern würde wenn er dann (ich hoffe ich verrate hier nicht zu viel) dann letztendlich abtreten muss. Da es sich um einen eiskalten Slasherfilm handelt würde ich wohl eher zu viel verraten wenn ich sagen würde ob und wer überlebt)
Um noch mal auf den Killer zurück zu kommen. Hierbei handelt es sich um den Wrestler Glan Jacobs besser bekannt als „Kane“, der mit seinen etwas über 2,10 m und 140 kg Gewicht eine doch recht stattliche Figur abgibt. Viel Text musste der Gute ja nicht lernen aber von seiner Mimik und Gestik her konnte er mich durchaus überzeugen, bis auf einige Szenen in denen eben der böse Blick einem leicht belämmerten weicht. Vielleicht auch absichtlich weil er ja nicht einfach grundlos mordet sondern hier lässt man den Zuschauer ausnahmsweise nicht im Dunkeln tappen, es wird gut erklärt was Jacob zu dem gemacht hat was er ist und ich fand es auch gut rüber gebracht durch diese Rückblenden immer wieder in den entscheidenden Momenten.


Das Budget für den Film betrug 8 Millionen Dollar aber dafür bekommt der Zuschauer auch etliche wirklich gute Effekte geboten. Selbst die Computeranimationen (Gebäude von außen, Fliegen…) wirken sehr realistisch und keinesfalls störend wie in manchen Billig-Produktionen. Auf die dämlichen Hinweise, dass der Regisseur Gregory Dark eigentlich Porno-Regisseur ist und man hier eventuell Vergleiche ziehen könnte (nicht weil es Sexszenen geben würde – gibt es nämlich keine wirklichen) möchte ich hier verzichten denn ich finde diese Parallelen an den Haaren herbei gezogen, da könnte man auch in etlichen anderen Horrorfilmen auf die Suche nach solchen sexuellen Bezügen gehen und würde weit expliziter fündig. Ob es z. B. unbedingt mit einer bestimmten sexuellen Handlung verbunden werden kann wenn der fette Kerl einer Blondine ihr Handy in den Hals schiebt – okay, natürlich mit etwas Fantasie aber lassen wir das mal. Wenn ich nicht gewusst hätte dass Gregory Dark aus dieser Szene kommt hätte ich an so was gar nicht gedacht (ob ihr´s glaubt oder nicht). Um nochmal auf das Budget zurück zu kommen: was die Atmosphäre des Films angeht wurde hier nämlich tolle Arbeit geleistet. Das Hotel sieht so richtig schön schmuddelig aus, dazu alles schön düster – also wirklich gut gemacht!


Ich kann mich auf jeden Fall den vielen Kritikern die den Film so schlecht gemacht haben nicht anreihen. Klar ist er recht hirnlos aber wenn ich nen derben Slasher sehen will achte ich beim besten Willen nicht so drauf ob in der Handlung alles stimmig ist, ob die Charaktere perfekt gezeichnet sind sondern dann will ich das Blut spritzen sehen und ausgefallene Wege wie die Opfer zur Strecke gebracht werden. Wenn ich nen Film mit intelligenter Handlung will greife ich gezielt auf etwas anderes zurück. ich denke man kann nicht immer alles auf einmal haben und sollte seine Erwartungen in diesem Fall einfach etwas zurückschrauben und sich aufs Wesentliche (*muahahaha*) konzentrieren und HIER kann der Film in meinen Augen durchaus überzeugen!



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